
Riester Rente für Sie als Beamte: Lohnt sich die private Altersvorsorge wirklich?
Die staatlich geförderte Zusatzrente verspricht Sicherheit im Alter – doch rechnet sie sich für Sie?

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18.12.2025
Allgemein, Beamte, Pension
Was Sie über die Riester Rente als Beamter wissen müssen
Als Beamter genießen Sie eine privilegierte Position bei der Altersversorgung. Trotzdem kann auch bei Ihnen eine Versorgungslücke entstehen. Die Riester Rente wird oft als Lösung beworben. Doch lohnt sich diese Form der privaten Altersvorsorge wirklich für Sie?
In diesem Beitrag erfahren Sie, wann die Riester Rente für Sie als Beamter sinnvoll ist, welche Zulagen und Steuervorteile Sie nutzen können und welche Nachteile Sie kennen sollten.
In diesem Artikel lernen Sie:
Das Wichtigste in Kürze
Ihre Pension deckt maximal 71,75 % Ihres letzten Gehalts ab: Seit 2021 liegt die Höchstversorgung niedriger als früher, wodurch eine spürbare Versorgungslücke entstehen kann.
Sie erhalten bis zu 175 € Grundzulage plus 300 € pro Kind: Die staatliche Förderung macht besonders für Familien mit Kindern und geringeren Einkommen die Riester Rente attraktiv.
Ein Viertel Ihrer Beiträge fließt in Kosten: Hohe Gebühren und niedrige Garantiezinsen von aktuell 1,0 % schmälern die Rendite erheblich.
Sie müssen mindestens 4 % Ihres Vorjahresgehalts einzahlen: Für die volle staatliche Förderung sind bis zu 2.100 € jährlich erforderlich, mindestens jedoch 60 € pro Jahr.
Die Riester Rente ist unflexibel aber sicher: Sie können nicht ohne Verluste kündigen, profitieren aber von garantierten Leistungen und staatlicher Förderung.
Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater und Versicherungsexperte für Studenten, Beamte und Lehrer. Ich helfe seit Jahren dabei, komplexe Versicherungsthemen verständlich zu machen, damit Sie gute Entscheidungen treffen können. Auch bei PKV oder BU.
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Die Informationen können sich regelmäßig ändern. Trotz sorgfältiger Recherche und Fachkenntnis übernehme ich keine Gewähr oder Haftung für Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit.
Warum Beamte trotz Pensionsanspruch eine Versorgungslücke haben
Viele Beamte wiegen sich in falscher Sicherheit. Die Realität zeigt: Selbst die Beamtenpension garantiert keinen sorgenfreien Ruhestand. Das maximale Ruhegehalt beträgt seit dem Versorgungsänderungsgesetz 2021 nur noch 71,75 % Ihres letzten Bruttogehalts. Früher waren es noch 75 %.
Dafür müssen Sie allerdings 40 Dienstjahre vorweisen. Pro Dienstjahr erwerben Sie einen Anspruch von 1,79375 %. Der durchschnittliche Ruhegehaltssatz beim Bund lag 2024 bei lediglich 66,8 % für den Bestand und 66,9 % für Neurentner (Quelle: bmi.bund.de).
Verschärfend kommt hinzu: Die Regelaltersgrenze steigt schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre. Gehen Sie vorzeitig in den Ruhestand, müssen Sie empfindliche Kürzungen hinnehmen. Ab 63 Jahren verlieren Sie 0,3 % pro Monat, maximal 14,4 % nach vier Jahren. Bei Dienstunfähigkeit vor dem 63. Lebensjahr beträgt der Abschlag sogar 3,6 % pro Jahr, höchstens jedoch 10,8 %.
Diese Zahlen verdeutlichen: Eine zusätzliche private Altersvorsorge ist auch für Sie als Beamter sinnvoll. Die Riester Rente stellt dabei eine staatlich geförderte Option dar.
Wie die Riester Rente für Beamte funktioniert
Anders als Angestellte müssen Sie als Beamter einige Besonderheiten beachten. Sie benötigen eine spezielle Zulagennummer statt einer Sozialversicherungsnummer. Diese erhalten Sie bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA).
Zusätzlich müssen Sie eine Einwilligungserklärung zur Datenübermittlung erteilen. Ihre Besoldungsstelle kann dann die erforderlichen Daten an die ZfA weiterleiten. Die Riester Verträge schließen Sie ausschließlich privat ab. Eine Kopplung mit betrieblicher Altersvorsorge ist für Sie nicht möglich.
Selbst als beurlaubter Beamter können Sie die Riester-Förderung ohne Dienstbezüge in Anspruch nehmen. Das System ist flexibler, als viele denken.
Das müssen Sie einzahlen: 4 Prozent Ihres Vorjahresgehalts
Für die volle staatliche Förderung zahlen Sie 4 % Ihres Vorjahres-Bruttogehalts ein. Der Höchstbetrag liegt bei 2.100 € jährlich. Die absolute Mindesteinzahlung beträgt 60 € pro Jahr, also 5 € monatlich.
Die Berechnung Ihres Mindesteigenbeitrags erfolgt nach einer einfachen Formel: 4 % vom Einkommen minus die Ihnen zustehenden Zulagen ergeben Ihren erforderlichen Eigenbeitrag (Quelle: deutsche-rentenversicherung.de).
Ein Beispiel: Sie verdienen 50.000 € brutto im Jahr und haben zwei Kinder. Ihre Rechnung: 2.000 € (4 % von 50.000 €) minus 175 € Grundzulage minus 600 € Kinderzulagen = 1.225 € Eigenbeitrag pro Jahr.
Freistellung von der Versicherungspflicht: Ein wichtiger administrativer Schritt
Als Beamter benötigen Sie eine Freistellung von der Versicherungspflicht, um zulagenberechtigt zu sein. Diesen Schritt übersehen viele Kollegen zunächst. Die Freistellung beantragen Sie bei Ihrer Besoldungsstelle.
Der Vorgang ist unkompliziert: Sie füllen das entsprechende Formular aus und reichen es ein. Die Besoldungsstelle bestätigt Ihren Status und meldet dies an die ZfA. Erst dann können Sie die vollen Zulagen erhalten.
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Diese staatlichen Zulagen und Steuervorteile winken Ihnen
Die staatliche Förderung macht die Riester Rente für viele Beamte erst interessant. Sie profitieren von direkten Zulagen und steuerlichen Vorteilen. Die Kombination kann Ihre Eigenleistung erheblich aufstocken.
Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus
Die Grundzulage beträgt seit 2018 unverändert 175 € pro Jahr. Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhalten Sie zusätzliche Zulagen: 300 € jährlich für ab 2008 geborene Kinder und 185 € für früher geborene Kinder. Die Kindergeldberechtigung läuft in der Regel bis zum 25. Lebensjahr des Kindes.
Besonders attraktiv für junge Beamte: Der Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 € wird bis zum 25. Lebensjahr gewährt (Quellen: deutsche-rentenversicherung.de, bundesfinanzministerium.de).
Die Zulagen beantragen Sie jährlich. Die Frist läuft bis Ende Dezember mit einer zweijährigen Nachfrist. Verpassen Sie diese Fristen nicht, sonst verschenken Sie bares Geld.
Sonderausgabenabzug oder Zulagenförderung: Welche Variante rechnet sich für Sie?
Neben den Zulagen können Sie bis zu 2.100 € pro Jahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Das Finanzamt führt automatisch eine Günstigerprüfung durch. Sie erhalten entweder die Zulagen oder den Steuervorteil – je nachdem, was für Sie günstiger ist.
Für Gutverdiener ohne Kinder lohnt sich oft der Sonderausgabenabzug mehr als die Zulagen. Bei Familien mit mehreren Kindern sind hingegen die Zulagen meist attraktiver. Die Steuererklärung erledigen Sie über die Anlage AV.
Beachten Sie: Im Alter müssen Sie die Riester Rente vollständig als Einkommen versteuern. Diese nachgelagerte Besteuerung schmälert die Nettoauszahlung (Quelle: finanzamt.nrw.de).
Wann macht die Riester Rente für Beamte besonders Sinn
Die Riester Rente ist kein Allheilmittel. Ihre persönliche Situation entscheidet, ob sich der Abschluss lohnt. Zwei Szenarien zeigen besonders hohe Förderquoten.
Sie verdienen wenig und haben Kinder: Zulagen maximieren
Als Beamter mit geringerem Einkommen und Kindern profitieren Sie überproportional. Die Förderquote kann über 60 % liegen. Bei einem Jahresbrutto von 30.000 € und zwei kleinen Kindern erhalten Sie 775 € Zulagen bei nur 425 € Eigenbeitrag.
Das entspricht einer sofortigen Rendite von über 180 % auf Ihren Eigenbeitrag. Selbst bei schwacher Wertentwicklung des Vertrags kommen Sie als Geringverdiener mit Familie meist gut weg (Quellen: lv1871.de, deutsche-rentenversicherung.de).
Sie verdienen gut und möchten Steuern sparen: Sonderausgabenabzug nutzen
Mit einem höheren Einkommen profitieren Sie vom Sonderausgabenabzug. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % sparen Sie bis zu 882 € Steuern pro Jahr. Der tatsächliche Aufwand für Ihre Altersvorsorge reduziert sich dadurch erheblich.
Allerdings relativiert sich der Vorteil bei genauer Betrachtung. Die Zulagen sind im Verhältnis zu Ihrem Einkommen gering. Alternative Anlageformen könnten für Sie rentabler sein. Die individuelle Berechnung ist komplex. In einem persönlichen Beratungsgespräch kläre ich gerne, welche Lösung für Ihre Situation optimal ist.
Diese Nachteile und Risiken der Riester Rente sollten Sie kennen
Die Riester Rente hat nicht nur Sonnenseiten. Kritiker bemängeln zu Recht verschiedene Schwachpunkte. Sie sollten diese Nachteile kennen und in Ihre Entscheidung einbeziehen.
Hohe Kosten und geringe Renditen
Die Kostenquote schockiert viele Sparer: Etwa ein Viertel der eingezahlten Beiträge fließt in Gebühren. Die Abschlusskosten betragen mehrere hundert bis tausend Euro, verteilt über fünf Jahre. Dazu kommen laufende Verwaltungskosten und bei fondsgebundenen Produkten zusätzliche Fondsgebühren.
Der aktuelle Höchstrechnungszins liegt bei mageren 1,0 % für Neuverträge ab 2025. Ältere Verträge mit 3,25 % Garantiezins sind deutlich attraktiver. Nach Abzug von Kosten und einer Inflation von 2 % rutscht die Realrendite oft ins Minus (Quellen: finanzwende.de, handelsblatt.com).
Mangelnde Flexibilität bei vorzeitigem Ruhestand
Die Riester Rente ist wie ein Tresor ohne Notausgang. Kündigen Sie vorzeitig, müssen Sie alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die durchschnittliche Rückzahlungssumme lag zwischen 2022 und 2024 bei etwa 1.900 € pro Kündigung.
Der Rückkaufswert liegt oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen. Etwa 20 bis 25 % aller Verträge werden nicht mehr bespart. Diese stillgelegten Verträge fressen weiter Gebühren, ohne nennenswert zu wachsen.
Als Alternative zur Kündigung können Sie den Vertrag beitragsfrei stellen oder die Beiträge reduzieren. Das mindert zwar die Verluste, löst aber das Grundproblem nicht (Quelle: deutsche-rentenversicherung.de).
Längerfristige Absicherung erforderlich
Die Riester Rente erfordert einen langen Atem. Der Rentenfaktor wird bei Vertragsabschluss festgelegt und bestimmt Ihre spätere monatliche Rente. Je früher Sie aussteigen, desto schlechter wird das Verhältnis von Einzahlung zu Auszahlung.
Die volle Förderung erhalten Sie nur bei durchgehender Beitragszahlung bis zum Rentenbeginn. Unterbrechungen schmälern die Zulagen. Für eine nennenswerte Zusatzrente müssen Sie 30 bis 40 Jahre durchhalten.
Fazit: Die Riester Rente kann sich für Sie als Beamter lohnen – aber nicht für jeden
Die Riester Rente ist für Sie als Beamter weder Wundermittel noch Teufelszeug. Familien mit Kindern und geringerem Einkommen profitieren oft erheblich von den staatlichen Zulagen. Besitzen Sie einen älteren Vertrag mit hohem Garantiezins, sollten Sie diesen auf jeden Fall behalten.
Für Gutverdiener ohne Kinder oder bei Neuabschlüssen sieht die Rechnung anders aus. Die niedrigen Garantiezinsen und hohen Kosten fressen die Förderung teilweise auf. Die Altersvorsorge für Beamte bietet auch andere Wege: Alternative Anlageformen könnten für Sie rentabler sein.
Die geplante Reform der Riester Rente soll Kosten senken und das System vereinfachen. Konkrete Umsetzungstermine fehlen jedoch noch. Die Entscheidung für oder gegen Riester hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab.
Möchten Sie wissen, ob die Riester Rente für Ihre persönliche Situation sinnvoll ist? Die Berechnung der optimalen Altersvorsorge-Strategie kann schnell komplex werden. Vereinbaren Sie gerne einen kostenfreien Beratungstermin. Gemeinsam analysieren wir Ihre Versorgungslücke und finden die beste Lösung für Ihre finanzielle Zukunft.
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Riester Rente für Sie als Beamte: Ihre nächsten Schritte
Sie haben nun einen umfassenden Überblick über die Riester Rente erhalten. Der nächste Schritt liegt bei Ihnen. Prüfen Sie zunächst Ihre aktuelle Versorgungssituation. Wie hoch wird Ihre voraussichtliche Pension sein? Welche Lücke müssen Sie schließen?
Falls Sie sich für die Riester Rente entscheiden, beachten Sie diese Punkte: Beantragen Sie die Freistellung von der Versicherungspflicht bei Ihrer Besoldungsstelle. Holen Sie sich Ihre Zulagennummer bei der ZfA. Vergleichen Sie verschiedene Anbieter und Produkte sorgfältig.
Die jährliche Beantragung der Zulagen dürfen Sie nicht vergessen. Die Jahresbescheinigung erhalten Sie ab Ende Februar von Ihrem Anbieter. Bei Problemen können Sie einen Antrag auf Festsetzung stellen. Die Frist beträgt ein Jahr nach Erhalt der Jahresbescheinigung.
Die Wahl der richtigen Altersvorsorge ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen Ihres Lebens. Jeder Fehler kostet Sie im Alter bares Geld. Lassen Sie uns gemeinsam die optimale Strategie für Ihre Situation entwickeln. In einem persönlichen Gespräch erkläre ich Ihnen gerne alle Details und berechne konkret, welche Vorsorgeform sich für Sie am meisten lohnt. Buchen Sie sich direkt einen kostenfreien Termin zur individuellen Beratung.

Albert Sibert
Versicherungsexperte
Über den Autor
Albert Sibert ist staatlich geprüfter Finanzanlagen- und Versicherungsfachmann mit über fünf Jahren Erfahrung. Als Experte für Berufseinsteiger, duale Studenten sowie Beschäftigte im öffentlichen und privaten Dienst begleitet er seine Mandanten mit dem Best-Select-Prinzip und dem Zugang zu über 250 Partnergesellschaften.
Geprägt durch eigene familiäre Erfahrungen mit finanzieller Unsicherheit verfolgt er heute die Mission, Menschen Sicherheit, Klarheit und wirtschaftliche Freiheit zu ermöglichen.





