
Anwartschaft private Krankenversicherung Student: Lohnt sich das für Sie?
Gesundheitszustand sichern und später von günstigen PKV-Tarifen profitieren

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23.01.2026
Allgemein, pkv
Was bedeutet eine Anwartschaft für Ihre Krankenversicherung?
Sie kennen vielleicht die Situation: Das Lehramtsstudium neigt sich dem Ende zu, das Referendariat steht bevor. In diesem Fall kann eine Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung eine clevere Entscheidung sein. Eine Anwartschaft bedeutet, dass Sie Ihren aktuellen Gesundheitszustand für eine spätere private Krankenversicherung „einfrieren“. Das schützt Sie vor Risikozuschlägen oder sogar einer Ablehnung, falls Sie zwischenzeitlich erkranken sollten.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wann sich eine Anwartschaft lohnt, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
In diesem Artikel lernen Sie:
Das Wichtigste in Kürze
Gesundheitszustand sichern für später: Eine Anwartschaft friert Ihren aktuellen Gesundheitszustand ein, sodass Sie später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die PKV wechseln können.
Besonders sinnvoll für Lehramtsstudenten: Mit speziellen 1-Euro-Anwartschaften sichern Sie sich den Zugang zur PKV für das Referendariat, wo Sie Beihilfe erhalten.
Zwei Varianten zur Auswahl: Die kleine Anwartschaft kostet 5-10 % des regulären Beitrags, die große Anwartschaft 30-45 % und sichert zusätzlich das Eintrittsalter.
Wichtige Fristen beachten: Nach Wegfall des Anwartschaftsgrundes haben Sie nur 2 Monate Zeit zur Aktivierung, sonst droht eine erneute Gesundheitsprüfung.
Kosten überschaubar: Kleine Anwartschaften gibt es ab 1 Euro monatlich für Lehramtsstudenten, regulär zwischen 8 und 20 Euro.
Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater und Versicherungsexperte für Studenten, Beamte und Lehrer. Ich helfe seit Jahren dabei, komplexe Versicherungsthemen verständlich zu machen, damit Sie gute Entscheidungen treffen können. Auch bei PKV oder BU.
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Die Informationen können sich regelmäßig ändern. Trotz sorgfältiger Recherche und Fachkenntnis übernehme ich keine Gewähr oder Haftung für Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit.
Was ist eine Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung für Studenten?
Eine Anwartschaft ist wie eine Pausentaste für Ihre Krankenversicherung. Sie setzen den Versicherungsschutz aus, ohne den Vertrag komplett zu kündigen. Der entscheidende Vorteil: Ihr Gesundheitszustand wird zum Zeitpunkt des Abschlusses dokumentiert und bleibt für eine spätere Rückkehr gesichert.
Während der Anwartschaft haben Sie keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen. Sie müssen anderweitig krankenversichert sein, beispielsweise über die gesetzliche Krankenversicherung als Student. Dafür zahlen Sie nur einen Bruchteil des regulären Beitrags.
Die zwei Varianten im Überblick
Es gibt zwei Arten der Anwartschaft, die sich in Leistung und Preis unterscheiden:
| Merkmal | Kleine Anwartschaft | Große Anwartschaft |
| Gesundheitszustand | Eingefroren | Eingefroren |
| Eintrittsalter | Nicht eingefroren | Eingefroren |
| Alterungsrückstellungen | Nicht aufgebaut | Weiter aufgebaut |
| Beitrag bei Wiederaufnahme | Nach aktuellem Alter | Nach ursprünglichem Alter |
| Kosten während Anwartschaft | 5-10 % des Tarifbeitrags | 30-45 % des Tarifbeitrags |
(Quelle: allianz.de)
Die kleine Anwartschaft reicht in den meisten Fällen aus. Die große Variante lohnt sich nur bei längeren Unterbrechungen von mehreren Jahren, da Sie hier auch das günstigere Eintrittsalter sichern.
Für wen ist die Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung als Student besonders sinnvoll?
Eine Anwartschaft ist nicht für jeden Studenten relevant. Sie sollten sich besonders in drei Situationen damit beschäftigen:
Lehramtsstudenten vor dem Referendariat
Als angehender Lehrer werden Sie im Referendariat meist verbeamtet auf Widerruf. Damit erhalten Sie Anspruch auf Beihilfe: Der Dienstherr übernimmt 50 % Ihrer Krankheitskosten. Die restlichen 50 % sichern Sie über eine private Krankenversicherung ab.
Mit einer Anwartschaft während des Studiums sichern Sie sich den problemlosen Zugang zu diesen beihilfekonformen Tarifen. Das ist besonders wichtig, falls Sie während des Studiums gesundheitliche Probleme entwickeln sollten. Eine Psychotherapie, ein Bandscheibenvorfall oder andere chronische Erkrankungen können sonst zu erheblichen Risikozuschlägen oder sogar zur Ablehnung führen.
Medizin- und Zahnmedizinstudenten
Nach Ihrer Facharztausbildung werden Sie voraussichtlich deutlich über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro brutto jährlich verdienen (Stand 2026). Damit steht Ihnen der Weg in die private Krankenversicherung offen.
Eine frühe Anwartschaft schützt Sie vor späteren Risikozuschlägen, die schnell 25 bis 100 % des regulären Beitrags ausmachen können. Bei einer 40-jährigen Laufzeit können Sie durch eine rechtzeitige Anwartschaft zwischen 96.000 und 180.000 Euro sparen.
Kinder von Beamten
Sind Ihre Eltern verbeamtet und privat versichert? Dann sind Sie bis zu Ihrem 25. Geburtstag kostenfrei familienversichert. Danach müssen Sie sich selbst versichern: entweder in der studentischen Krankenversicherung für etwa 112 Euro monatlich oder in einem günstigen PKV-Studententarif ab 70 Euro.
Falls Sie später selbst verbeamtet werden, profitieren Sie ebenfalls von der Beihilfe. Eine Anwartschaft sichert Ihnen den Zugang zu günstigen beihilfekonformen Tarifen.
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Wie funktioniert die Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung im Studium konkret?
Der Ablauf einer Anwartschaft folgt einem klaren Schema:
Schritt 1: Antragstellung während des Studiums
Sie beantragen die Anwartschaft bei einem Versicherer Ihrer Wahl. Dabei durchlaufen Sie eine Gesundheitsprüfung. Seien Sie hier absolut ehrlich: Verschweigen Sie keine Vorerkrankungen oder Behandlungen. Das könnte später zur Vertragskündigung führen.
Tipp: Stellen Sie vorab eine anonyme Risikovoranfrage. So erfahren Sie unverbindlich, ob und zu welchen Konditionen Sie angenommen werden.
Schritt 2: Die Ruhephase
Während der Anwartschaft zahlen Sie den reduzierten Beitrag und bleiben über die gesetzliche Krankenversicherung versichert. Sie haben in dieser Zeit keinen Anspruch auf Leistungen aus der PKV.
Schritt 3: Aktivierung bei Bedarf
Sobald der Grund für die Aktivierung eintritt, haben Sie zwei Monate Zeit. Das kann der Beginn des Referendariats sein oder der erste Job mit einem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze.
Wichtig: Diese Zwei-Monats-Frist ist entscheidend. Verpassen Sie sie, müssen Sie erneut eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Genau das wollten Sie mit der Anwartschaft ja vermeiden.
Die Aktivierung erfolgt durch einen einfachen Antrag beim Versicherer. Ab dann zahlen Sie den regulären PKV-Beitrag und genießen den vollen Versicherungsschutz.
Kosten der Anwartschaft private Krankenversicherung als Student: Womit müssen Sie rechnen?
Die Kosten einer Anwartschaft sind überschaubar und hängen von der gewählten Variante ab:
Kleine Anwartschaft: Die günstige Lösung
Die kleine Anwartschaft kostet zwischen 5 und 10 % des regulären Tarifbeitrags. In konkreten Zahlen bedeutet das:
Reguläre kleine Anwartschaft: 8 bis 20 Euro monatlich
Spezialangebote für Lehramtsstudenten: 1 Euro monatlich oder sogar kostenfrei
Mediziner-Spezialtarife: teilweise nur 4,90 Euro jährlich
Diese günstigen Konditionen machen die kleine Anwartschaft für fast jeden Studenten erschwinglich. Selbst mit kleinem Budget ist die Absicherung des Gesundheitszustands möglich.
Große Anwartschaft: Für längere Unterbrechungen
Die große Anwartschaft kostet 30 bis 45 % des regulären Beitrags. Für einen 25- bis 30-jährigen Medizinstudenten bedeutet das etwa 200 Euro monatlich oder mehr. Diese Variante lohnt sich nur bei geplanten längeren Unterbrechungen von mehreren Jahren.
Rechenbeispiel zur Ersparnis
Ein Jahr Altersunterschied beim PKV-Eintritt macht etwa 15 Euro monatlich aus. Bei einer Laufzeit von 60 Jahren summiert sich das auf 10.800 Euro. Die große Anwartschaft lohnt sich also nur, wenn Sie mehrere Jahre überbrücken müssen.
(Quelle: allianz.de)
Vor und nach dem Studium: Welche Rolle spielt die Anwartschaft für Ihre Krankenversicherung?
Die Anwartschaft entfaltet ihre volle Wirkung erst nach dem Studium. Je nach Karriereweg ergeben sich unterschiedliche Szenarien:
Als Referendar mit Beihilfeanspruch
Mit der Verbeamtung auf Widerruf erhalten Sie Beihilfe. Das bedeutet: 50 % Ihrer Krankheitskosten trägt der Dienstherr. Für die restlichen 50 % benötigen Sie eine private Restkostenversicherung.
Beihilfekonforme PKV-Tarife kosten meist unter 100 Euro monatlich. Das ist deutlich günstiger als die freiwillige gesetzliche Versicherung, die Sie ohne Arbeitgeberzuschuss etwa 200 Euro oder mehr kosten würde.
Ihre Anwartschaft können Sie ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen solchen Tarif umwandeln. Das funktioniert selbst dann problemlos, wenn Sie zwischenzeitlich erkrankt sind.
Als gut verdienender Angestellter
Überschreiten Sie mit Ihrem Einkommen die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro jährlich (Stand 2026), können Sie in die PKV wechseln. Hier profitieren Sie von besseren Leistungen und oft auch günstigeren Beiträgen als in der GKV.
Ohne Anwartschaft müssten Sie eine neue Gesundheitsprüfung durchlaufen. Haben Sie beispielsweise während des Studiums eine Psychotherapie gemacht oder leiden an chronischen Beschwerden, drohen Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse.
Bei vorübergehender Arbeitslosigkeit
Werden Sie nach dem Studium zunächst arbeitslos, ruht die Anwartschaft weiter. Sie sind dann über die Agentur für Arbeit gesetzlich krankenversichert. Die Anwartschaft bleibt bestehen und kann aktiviert werden, sobald Sie die Voraussetzungen erfüllen.
Anwartschaft private Krankenversicherung Student: Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Bei der Anwartschaft können einige Fehler teuer werden. Die häufigsten Stolperfallen und ihre Lösungen:
Fehler 1: Die Aktivierungsfrist verpassen
Sie haben nur zwei Monate Zeit, die Anwartschaft zu aktivieren, nachdem der Grund eingetreten ist. Verpassen Sie diese Frist, müssen Sie erneut eine Gesundheitsprüfung durchlaufen.
Lösung: Markieren Sie sich wichtige Termine wie den Referendariatsbeginn im Kalender. Kümmern Sie sich frühzeitig um die Aktivierung.
Fehler 2: Die falsche Variante wählen
Viele Studenten wählen aus Unsicherheit die teure große Anwartschaft, obwohl die kleine ausreichen würde.
Lösung: Die kleine Anwartschaft genügt meist völlig. Nur bei geplanten mehrjährigen Unterbrechungen lohnt sich die große Variante.
Fehler 3: Zu spät abschließen
Warten Sie mit dem Abschluss, bis erste gesundheitliche Probleme auftreten, ist es zu spät. Dann erhalten Sie entweder gar keine Anwartschaft mehr oder nur mit Ausschlüssen.
Lösung: Schließen Sie die Anwartschaft ab, solange Sie noch gesund sind. Am besten direkt zu Studienbeginn.
Fehler 4: Unvollständige Angaben bei der Gesundheitsprüfung
Verschweigen Sie Vorerkrankungen oder Behandlungen, kann der Versicherer später vom Vertrag zurücktreten.
Lösung: Absolute Ehrlichkeit bei den Gesundheitsfragen. Geben Sie auch Selbstzahlerleistungen und Psychotherapien an.
Fehler 5: Den falschen Versicherer wählen
Nicht jeder Versicherer bietet für jede Berufsgruppe optimale Tarife. Ein Versicherer mit guten Ärztetarifen muss nicht zwangsläufig auch gute Beamtentarife haben.
Lösung: Informieren Sie sich vorab, welcher Versicherer zu Ihrer geplanten Karriere passt. Ein Wechsel zwischen Versicherern ist später schwieriger als ein interner Tarifwechsel.
Fehler 6: Die Pflegepflichtversicherung vergessen
Die Anwartschaft in der Krankenversicherung sichert nicht automatisch auch die Pflegeversicherung.
Lösung: Klären Sie, ob Sie auch für die Pflegepflichtversicherung eine Anwartschaft benötigen, besonders bei längeren Auslandsaufenthalten.
Fazit: Früh handeln sichert Ihre Gesundheitsvorsorge
Eine Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung ist für viele Studenten eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Besonders Lehramtsstudenten und angehende Mediziner profitieren davon, ihren Gesundheitszustand frühzeitig zu sichern. Mit Kosten ab einem Euro monatlich ist die finanzielle Belastung minimal, der potenzielle Nutzen jedoch enorm.
Die Entscheidung für oder gegen eine Anwartschaft hängt von Ihrer individuellen Situation und Ihren Karriereplänen ab. Faktoren wie Ihr aktueller Gesundheitszustand, die geplante berufliche Laufbahn und Ihre familiäre Situation spielen eine wichtige Rolle.
Gerade bei der Wahl zwischen kleiner und großer Anwartschaft sowie der Auswahl des passenden Versicherers gibt es viele Details zu beachten. Eine professionelle Beratung hilft Ihnen, die optimale Lösung für Ihre Situation zu finden und teure Fehler zu vermeiden.
Vereinbaren Sie gerne einen kostenfreien Beratungstermin, um Ihre persönliche Situation zu besprechen. Gemeinsam finden wir heraus, ob und welche Anwartschaft für Sie sinnvoll ist. So sichern Sie sich schon heute die besten Voraussetzungen für Ihre spätere Krankenversicherung.
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Albert Sibert
Versicherungsexperte
Über den Autor
Albert Sibert ist staatlich geprüfter Finanzanlagen- und Versicherungsfachmann mit über fünf Jahren Erfahrung. Als Experte für Berufseinsteiger, duale Studenten sowie Beschäftigte im öffentlichen und privaten Dienst begleitet er seine Mandanten mit dem Best-Select-Prinzip und dem Zugang zu über 250 Partnergesellschaften.
Geprägt durch eigene familiäre Erfahrungen mit finanzieller Unsicherheit verfolgt er heute die Mission, Menschen Sicherheit, Klarheit und wirtschaftliche Freiheit zu ermöglichen.





