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Absicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: Häufige Fehler beim Abschluss

03. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört für die meisten Berufstätigen zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt, weil sie das eigene Einkommen schützt – die Grundlage für alles andere. In meiner Praxis sehe ich beim Abschluss aber immer wieder dieselben Fehler. Das Tückische daran: Sie zeigen sich meist erst im Leistungsfall, wenn es zu spät ist, sie zu korrigieren.

Fehler 1: Nur auf den Beitrag schauen

Die günstigste BU-Versicherung ist selten die beste. Entscheidend sind die Bedingungen: Wie wird „Berufsunfähigkeit” definiert? Gibt es eine abstrakte Verweisung, bei der der Versicherer Sie auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen kann? Ein niedriger Beitrag mit schlechten Bedingungen kann im Leistungsfall teuer werden.

Fehler 2: Die Gesundheitsfragen unterschätzen

Die Angaben im Antrag entscheiden im Ernstfall oft über die Leistung. Unvollständige oder ungenaue Antworten bei den Gesundheitsfragen können zur Anfechtung des Vertrags führen – auch wenn die Auslassung unabsichtlich war. Eine sorgfältige, ehrliche Antragstellung ist deshalb kein optionaler Schritt, sondern die Grundlage des Schutzes.

Fehler 3: Zu spät oder mit zu geringer Summe abschließen

Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger und unkomplizierter ist in der Regel die Aufnahme. Viele warten, bis eine Gehaltserhöhung oder Familienplanung ansteht – und riskieren damit, dass eine zwischenzeitliche Erkrankung den Abschluss erschwert oder verteuert. Auch die Höhe der versicherten Rente wird oft zu niedrig angesetzt und deckt im Ernstfall nicht die tatsächlichen laufenden Kosten.

Fehler 4: Beruflichen Kontext nicht berücksichtigen

Ob Bürotätigkeit oder körperlich fordernder Beruf, angestellt oder selbstständig: Der berufliche Kontext beeinflusst, welche Klauseln wirklich relevant sind – etwa eine Nachversicherungsgarantie bei Gehaltssteigerungen oder eine Dynamisierung der Rente gegen Kaufkraftverlust.

Fehler 5: Die Nachversicherungsgarantie ignorieren

Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die versicherte Rente bei bestimmten Ereignissen – etwa Gehaltserhöhung, Heirat oder Geburt eines Kindes – ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Ohne diese Klausel bedeutet jede spätere Anpassung eine neue Risikoprüfung, bei der eine zwischenzeitliche Diagnose zum Ausschluss führen kann.

Fehler 6: Die Selbstständigen-Klausel übersehen

Wer selbstständig ist oder es werden könnte, sollte besonders auf die konkrete Beschreibung der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Vertrag achten. Bei Selbstständigen prüfen manche Versicherer im Leistungsfall zusätzlich, ob eine zumutbare Umorganisation des Betriebs möglich wäre, bevor eine BU-Leistung gezahlt wird. Wie streng diese Prüfung ausfällt, unterscheidet sich zwischen den Gesellschaften erheblich – ein Punkt, der bei einem reinen Beitragsvergleich komplett untergeht.

Wie eine unabhängige Beratung hilft

Als Makler nach §34d GewO vergleiche ich für Sie die Bedingungen verschiedener Gesellschaften am gesamten Markt, statt Ihnen das Produkt eines einzelnen Anbieters zu empfehlen. Mehr zu meiner Vorgehensweise bei der Absicherung wichtiger Risiken finden Sie auf der entsprechenden Leistungsseite. Warum die BU dabei vor dem Depotaufbau stehen sollte, erkläre ich im Leitfaden zum Vermögensaufbau für Angestellte.

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Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter sollte ich über eine BU nachdenken?

Am besten schon zu Beginn der Berufstätigkeit oder des Studiums, solange Sie jung und gesund sind. Der Beitrag hängt stark vom Eintrittsalter und Gesundheitszustand ab – warten verteuert den Schutz in der Regel nur.

Was ist eine abstrakte Verweisung?

Damit kann der Versicherer Sie theoretisch auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie laut Ausbildung ausüben könnten – auch wenn Sie ihn nie ausgeübt haben. Gute Bedingungen verzichten auf diese Klausel oder schränken sie deutlich ein.

Reicht eine BU über den Arbeitgeber als Absicherung?

Eine Gruppen-BU über den Arbeitgeber ist besser als kein Schutz, endet aber meist mit dem Jobwechsel und bietet oft geringere Leistungen als ein individueller Vertrag. Sie kann eine Ergänzung sein, ersetzt eine eigene BU aber selten vollständig.

Was passiert, wenn ich falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen mache?

Selbst unabsichtlich falsche oder unvollständige Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen. Eine sorgfältige Vorbereitung der Gesundheitsfragen vor Antragstellung ist deshalb entscheidend.

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