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Absicherung

Nettopolice vs. Bruttopolice: Der Unterschied erklärt

24. März 2026 · 3 Min. Lesezeit

Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen taucht dieser Begriff früher oder später fast immer auf: Nettopolice. Dahinter steckt eine von zwei grundlegenden Tarifarten bei Versicherungen mit Kapitalanlage-Anteil, neben der klassischen Bruttopolice. Der Unterschied liegt schlicht darin, wie die Vertriebskosten bezahlt werden – aber genau das kann über die Vertragslaufzeit einen erheblichen Unterschied im Ergebnis machen.

Die Bruttopolice

Bei einer klassischen Bruttopolice sind die Abschluss- und Vertriebskosten in den Beitrag eingerechnet. Sie zahlen also automatisch mit, ohne dass die Kosten separat ausgewiesen werden. Das macht den Vertrag auf den ersten Blick einfach, verringert aber in den ersten Jahren den Anteil, der tatsächlich angespart wird – ein Effekt, der als „Zillmerung“ bekannt ist: Die Abschlusskosten werden auf die ersten Vertragsjahre verrechnet, statt über die gesamte Laufzeit verteilt zu werden.

Die Nettopolice

Bei einer Nettopolice sind keine Abschlusskosten im Versicherungs­beitrag enthalten. Stattdessen wird die Beratungsleistung separat vergütet – zum Beispiel über ein Serviceentgelt. Der Vorteil: Ihr Beitrag fließt von Anfang an vollständig in die Kapitalanlage, nicht in die Vertriebskosten des Produkts.

In der laufenden Verwaltung fallen bei Nettopolicen oft auch geringere laufende Kosten an, da kein Vertriebskostenanteil eingepreist ist. Das kann sich über eine lange Ansparphase deutlich auf das Endkapital auswirken – wie stark, hängt aber immer vom konkreten Tarif ab.

Zillmerung an einem Beispiel

Angenommen, Sie zahlen 200 € monatlich in eine Bruttopolice mit 30 Jahren Laufzeit ein. Die Abschlusskosten – oft ein niedriger einstelliger Prozentsatz der gesamten Beitragssumme über die Laufzeit – werden nicht gleichmäßig verteilt, sondern überwiegend auf die ersten 5 Jahre verrechnet. Praktisch heißt das: In den ersten Vertragsjahren baut sich kaum Kapital auf, weil ein wesentlicher Teil der frühen Beiträge zunächst die Abschlusskosten deckt. Bei einer Nettopolice entfällt dieser Effekt, weil die Beratung von Anfang an separat vergütet wird – Ihr Beitrag beginnt sofort, vollständig für Sie zu arbeiten.

Modellrechner

Bruttopolice vs. Nettopolice: Der Unterschied in Zahlen

Wie viel Sie monatlich einzahlen und wie lange – mehr braucht es nicht, um den Unterschied zu sehen.

300 €
25 Jahre
6 %
Bruttopolice192.655 €
Nettopolice207.898 €
Mehr Kapital mit der Nettopolice+15.243 €(8 %)

Modellrechnung ohne Berücksichtigung von Steuern und Inflation. Abschlusskosten der Bruttopolice: 4,4 % der Beitragssumme (Marktdurchschnitt, Map-Report 2024). Tatsächliche Kosten hängen vom konkreten Tarif ab. Ersetzt keine individuelle Beratung.

Für wen sich die Nettopolice besonders lohnt

Am stärksten wirkt sich der Kostenvorteil bei langen Laufzeiten aus – hier hat der niedrigere Kostenanteil am meisten Zeit, sich über den Zinseszinseffekt aufzubauen. Ob das im Einzelfall auch die passende Wahl ist, hängt von Laufzeit und Beitragshöhe ab. Pauschal die bessere Variante gibt es nicht, das schaue ich mir im konkreten Einzelfall an.

Bei kürzeren Laufzeiten oder sehr niedrigen Beiträgen kann sich der Aufwand für ein separates Serviceentgelt dagegen relativ stärker bemerkbar machen. Deshalb lohnt sich vor Abschluss immer eine Gegenüberstellung mit den tatsächlichen Zahlen Ihres konkreten Tarifs – nicht mit einer pauschalen Faustregel.

Die 8 wichtigsten Punkte für den Vergleich haben wir in einer kostenlosen Checkliste zusammengefasst – als PDF direkt per E-Mail. Wie sich eine Fondspolice insgesamt gegenüber einem reinen ETF-Depot schlägt, vergleiche ich im Artikel Fondspolice vs. ETF-Depot.

Allgemeine Einordnung, keine individuelle Beratung zu Ihrem konkreten Vertrag.

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Häufig gestellte Fragen

Ist eine Nettopolice automatisch günstiger als eine Bruttopolice?

Nicht automatisch – es kommt auf die Höhe des separat vereinbarten Serviceentgelts, die Laufzeit und die konkreten Konditionen an. Ein sauberer Vergleich beider Varianten mit Ihren tatsächlichen Zahlen ist wichtiger als eine pauschale Aussage.

Kann ich von einer Bruttopolice in eine Nettopolice wechseln?

Ein direkter Wechsel innerhalb desselben Vertrags ist meist nicht vorgesehen. Möglich ist aber, eine bestehende Bruttopolice zu prüfen und für neue Verträge gezielt eine Nettopolice zu wählen – wir schauen gemeinsam, ob eine Umstellung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Wie wird das Serviceentgelt bei einer Nettopolice bezahlt?

Das ist vertraglich unterschiedlich geregelt – möglich sind eine Ratenzahlung über mehrere Jahre oder eine einmalige Zahlung. Die genaue Ausgestaltung bespreche ich transparent, bevor Sie sich entscheiden.

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