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Grundlagen

Tarifcheck: Lohnt sich ein Vergleich Ihrer bestehenden Verträge?

07. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

Viele Verträge werden einmal abgeschlossen und danach jahrelang nicht mehr angeschaut – dabei ändern sich sowohl der Markt als auch die eigene Lebenssituation. Ein Tarifcheck deckt auf, ob ein bestehender Vertrag noch zu Ihnen passt. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich bei zwei Vertragsarten: der Altersvorsorge und der Berufsunfähigkeitsversicherung – allerdings mit ganz unterschiedlichen Kennzahlen.

Warum sich ein Tarifcheck überhaupt lohnt

Tarife und Bedingungswerke entwickeln sich weiter, neue Anbieter kommen auf den Markt, und Ihre eigene Situation ändert sich – beruflich, familiär, finanziell. Ein Vertrag, der vor zehn Jahren passend war, muss das heute nicht mehr sein. Das heißt nicht, dass jeder ältere Vertrag automatisch schlecht ist – oft steckt in bestehenden Verträgen sogar ein Bestandsschutz, der neue Tarife nicht mehr bieten. Genau deshalb lohnt sich eine Prüfung anhand der richtigen Kennzahlen, statt nur auf den Beitrag zu schauen.

Altersvorsorge: Der Blick auf die Effektivkosten

Bei Altersvorsorgeverträgen – etwa Fondspolicen, Rürup- oder Riester-Verträgen – ist die reine Beitragshöhe wenig aussagekräftig. Entscheidend sind die Effektivkosten: Sie zeigen, um wie viele Prozentpunkte pro Jahr die Rendite durch Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten über die gesamte Laufzeit gemindert wird. Zwei Verträge mit identischem Beitrag können bei den Effektivkosten weit auseinanderliegen – mit spürbaren Auswirkungen auf die Ablaufleistung nach 20 oder 30 Jahren.

Beim Tarifcheck schaue ich mir außerdem an, wie sich der aktuelle Rückkaufswert entwickelt hat, welche Fonds tatsächlich bespart werden und ob eine Umschichtung innerhalb des bestehenden Vertrags möglich ist – oft eine sinnvollere Option als eine Kündigung. Wie sich Fondspolice und ETF-Depot grundsätzlich unterscheiden, erkläre ich im Artikel Fondspolice vs. ETF-Depot: Was passt besser zu Ihnen?.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Beitrag im Verhältnis zur Leistungsquote

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) führt der Blick allein auf den Beitrag häufig in die Irre. Aussagekräftiger ist das Verhältnis von Beitrag und Leistungsquote – also wie zuverlässig ein Versicherer im Ernstfall tatsächlich leistet. Unabhängige Analysehäuser veröffentlichen regelmäßig Leistungspraxis-Studien, die zeigen, wie hoch der Anteil anerkannter Leistungsfälle je Anbieter ist. Ein günstiger Beitrag nützt wenig, wenn im Leistungsfall gestritten wird.

Genauso wichtig ist das Bedingungswerk: abstrakte oder konkrete Verweisung, Nachversicherungsgarantien, die Definition von Berufsunfähigkeit und der Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit unterscheiden sich zwischen Tarifen erheblich – und wirken sich stärker aus als ein paar Euro Beitragsunterschied im Monat. Mehr zu den typischen Fallstricken im Artikel Berufsunfähigkeitsversicherung: Häufige Fehler beim Abschluss.

Wann sich ein Wechsel lohnt – und wann nicht

Bei der Altersvorsorge lässt sich ein bestehender Vertrag oft optimieren, ohne ihn zu kündigen – etwa durch eine Umschichtung der Fonds oder eine Anpassung der Beitragshöhe. Bei der BU ist Vorsicht geboten: Ein Wechsel bedeutet immer eine neue Gesundheitsprüfung. Bestehender Versicherungsschutz sollte deshalb nie vorschnell gekündigt werden, bevor ein neuer Vertrag tatsächlich zugesagt und in Kraft ist – unabhängig davon, wie attraktiv ein neuer Tarif auf den ersten Blick wirkt.

Wie ich beim Tarifcheck vorgehe

Ich verschaffe mir zunächst einen Überblick über Ihre bestehenden Verträge und ordne ein, welche Kennzahl bei welchem Vertrag tatsächlich relevant ist – Effektivkosten bei der Altersvorsorge, Beitrag und Leistungsquote bei der BU. Erst danach bespreche ich mit Ihnen, ob eine Anpassung, eine Ergänzung oder in Ausnahmefällen ein Wechsel sinnvoll ist. Sie erfahren dabei immer den Grund für meine Einschätzung, nicht nur das Ergebnis. Mehr zum Ablauf eines Maklerwechsels, falls dieser tatsächlich sinnvoll ist, im Artikel Makler wechseln: So läuft der Wechsel ab.

Allgemeine Einordnung, keine individuelle Beratung. Ob und welche Anpassung bei Ihren konkreten Verträgen sinnvoll ist, lässt sich nur anhand der tatsächlichen Vertragsunterlagen beurteilen.

Passt das zu Ihrer Situation?

Im kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf meine Beratung.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich meine Verträge überprüfen lassen?

Eine feste Regel gibt es nicht – sinnvoll ist ein Check alle paar Jahre sowie bei größeren Veränderungen wie Jobwechsel, Familienzuwachs oder wenn ein Vertrag schon lange nicht mehr angeschaut wurde.

Sollte ich eine bestehende BU-Versicherung einfach kündigen, wenn ich einen günstigeren Tarif finde?

Nein. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Wechsel mit einer neuen Gesundheitsprüfung verbunden – bestehender Versicherungsschutz sollte nie vorschnell gekündigt werden, bevor ein neuer Vertrag tatsächlich zugesagt ist.

Was sind Effektivkosten genau?

Die Effektivkosten geben an, um wie viel Prozentpunkte pro Jahr die Rendite eines Vertrags durch sämtliche Kosten gemindert wird – im Unterschied zur reinen Beitragshöhe erfassen sie auch Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten über die gesamte Laufzeit.

Ist ein Tarifcheck kostenpflichtig?

Der erste Überblick im Rahmen eines Erstgesprächs ist bei mir kostenlos. Erst bei einer tiefergehenden Analyse oder Umsetzung besprechen wir gemeinsam, welches Vergütungsmodell passt.

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